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	<title>the good coach &#8211; Anne Uhlemann</title>
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	<description>Mit Coaching mehr Klarheit im Job finden</description>
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		<title>Drohender Jobverlust? 9 Tipps für den “Plan B“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Uhlemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jun 2025 13:59:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Berufliche Trennungen ähneln oft privaten. Das Ende kommt selten plötzlich – oft gibt es klare Anzeichen. Doch den Jobverlust blendet man lieber (noch) aus. Doch besser vorbereitet als überrascht: Was tun, wenn der Job wackelt? 9 Schritte für mehr Klarheit und Souveränität. „Es ist ein Arbeitnehmermarkt“, hieß es noch vor zwei Jahren. Der Markt für [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Berufliche Trennungen ähneln oft privaten. Das Ende kommt selten plötzlich – oft gibt es klare Anzeichen. Doch den Jobverlust blendet man lieber (noch) aus. Doch besser vorbereitet als überrascht: Was tun, wenn der Job wackelt? 9 Schritte für mehr Klarheit und Souveränität.</em></p>



<p>„Es ist ein Arbeitnehmermarkt“, hieß es noch vor zwei Jahren. Der Markt für Fach- und Führungskräfte schien unersättlich – „wer heute den Job verliert, hat morgen einen neuen“. Heute berichten die Wirtschaftsnachrichten hingegen über Massenentlassungen, Restrukturierungen und den Jobabbau durch KI.</p>



<p>Auch im Coaching treffe ich derzeit viele Klient:innen, die mit drohendem Jobverlust oder beruflicher Neuorientierung umgehen müssen. Die emotionale Achterbahn ist ähnlich: Zweifel, Scham, Wut, Angst, Hoffnung – oft alles gleichzeitig. Am schwersten: das Gefühl, ausgeliefert zu sein und nichts tun zu können. Also: Was kann ich (schon jetzt) tun, um souverän und klar mit einem möglichen Jobverlust umzugehen?</p>



<h2 class="wp-block-heading">1. Mit anderen sprechen</h2>



<p>Über den drohenden Jobverlust reden? Spontane Reaktion: lieber nicht. Obwohl lückenlose Lebensläufe immer seltener sind, spüren viele Klientinnen und Klienten dennoch Scham, wenn sie ihren Job zu verlieren drohen. Nach außen zeigen sie Normalität – und wollen erst mit dem nächsten, möglichst besseren Job wieder sichtbar werden. </p>



<p>Die Journalistin Clara Ott machte es anders: Sie schrieb offen auf LinkedIn über ihren Jobverlust. Nach ihrem Neustart gab sie diesen Rat: „Trau‘ dich, in deinem Freundes- und Bekanntenkreis zu erzählen, dass du einen Job suchst […]. Andere Menschen ohne Job werden sich austauschen wollen und du wirst mit ziemlicher Sicherheit unerwartete Unterstützungen und Zuspruch erhalten – und Jobangebote!“<a id="_ftnref1" href="#_ftn1">[1]</a> Warum es sich lohnt, die Jobsuche offen zu zeigen, belegt auch die Forschung zu „weak ties“. „Schwache“ Verbindungen – also lose Kontakte – führen öfter zu neuen Jobchancen als enge Beziehungen. Sie eröffnen neue Informations- und Netzwerkquellen.<a id="_ftnref2" href="#_ftn2">[2]</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">2. Arbeitsmarkt im Blick behalten</h2>



<p>Auch wenn du dich (noch) nicht bewirbst: Mit Job-Alerts bekommst du schnell ein Bild vom aktuellen Stellenmarkt. Für Führungskräfte und Spezialist:innen kann es sich lohnen, passende Headhunter zu identifizieren – für später oder vertraulich schon jetzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Arbeitsrechtlich beraten lassen</h2>



<p>Angesichts eines drohenden Jobverlusts entsteht oft ein großes Unsicherheitsgefühl, besonders wenn frühere Wechsel freiwillig waren. Was passiert wann? Wie verhalte ich mich, wenn mir der Wegfall meiner Stelle angekündigt wird? Selbst die Frage nach der Länge der Kündigungsfrist ist im Dickicht zwischen Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung(en) oder Tarifvertrag nicht immer leicht zu beantworten. Eine frühe arbeitsrechtliche Kurzberatung klärt viele Fragen schnell. Und es beruhigt: Im Ernstfall steht bereits ein:e Expert:in bereit, um Kündigung oder Aufhebungsvertrag zu prüfen – und zu verhandeln.</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. Bewerbungsunterlagen aktualisieren</h2>



<p>Wer viele Jahre im selben Unternehmen war, hat oft keine aktuellen Unterlagen. Aktualisiere Deinen Lebenslauf in einem ansprechenden Design – und hol dir Feedback von Recruitern, Coaches oder vertrauten Kontakten. Entwirf auch ein erstes Anschreiben, das du später gezielt anpassen kannst. Zeige konkret, welche Ergebnisse du erzielt hast – und welche Fähigkeiten dich auszeichnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">5. Zeig‘ Dich auf LinkedIn</h2>



<p>LinkedIn ist deine ständig sichtbare Bewerbung – und wird aktiv von Recruitern genutzt. Nutze LinkedIn als digitale Visitenkarte – und optimiere dein Profil gezielt. Wichtige Elemente: berufliche Stationen, ein überzeugender Profiltext – und Beiträge oder Kommentare, die dich als Expert:in sichtbar machen. Gerade auf LinkedIn öffnen „schwache Verbindungen“ oft Türen – häufiger als enge Kontakte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">6. Finanzen planen</h2>



<p>Finanzielle Sorgen belasten in Umbruchsphasen oft zusätzlich – und führen leicht zu erheblichen Stressreaktionen. Besser: Bewusst auf die eigenen Finanzen zu schauen statt zu verdrängen. Welche finanziellen Mittel habe ich? Kann ich kurzfristig ein Polster auf- oder weiter ausbauen? Gibt es andere Einkünfte? Welche Ausgaben kann ich bei einem Jobverlust senken? Ist mit einer Abfindungszahlung und/oder staatlicher Unterstützung zu rechnen – und in welcher Höhe? Kurz gesagt: Wie lange reicht mein finanzieller Spielraum?</p>



<h2 class="wp-block-heading">7. Wofür soll es gut gewesen sein?</h2>



<p>Gewollt oder nicht – der Jobwechsel bietet auch Chancen. „Wofür soll diese Pause gut gewesen sein?“, kann eine Frage sein, sich dem Schönen zu nähern, das wir der Pause geben wollen. Das kann Nützliches sein, wie Keller entrümpeln, oder eine Reise, der Besuch lieber Freunde, Klavierspielen lernen, ein Kurs, eine neue Fähigkeit. Oder wie Clara Ott schreibt: „Pflege deine Freundschaften, besuche dein Eltern, du wirst selten wieder so viel Zeit haben, deine Freunde mit Kindern zu unterstützen oder mit Mama unter der Woche einen Ausflug zu machen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">8. Gezielte Unterstützung holen</h2>



<p>Bewerben, Gespräche, warten, Absagen verkraften – die berufliche Neuorientierung nach einem Jobverlust kann anstrengend und einsam sein. Sich frühzeitig Unterstützung durch Gleichgesinnte, einem Coach oder Outplacement-Berater zu suchen, kann hilfreich sein, auch wenn Du noch im laufenden Job bist. Eine weitere Option: „Job Search Councils“. Vier bis sechs Jobsuchende mit ähnlichem Hintergrund unterstützen sich mit Feedback und Verbindlichkeit gegenseitig während der Bewerbungsphase.<a id="_ftnref2" href="#_ftn2">[3]</a> Externe Unterstützung lohnt sich fast immer – weil man dranbleibt und schneller vorankommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">9. Reflektieren</h2>



<p>Auch wenn ein drohender Jobverlust unangenehm ist; er kann ein Wendepunkt sein. Will ich weitermachen wie bisher? In welcher Branche, in welchem Umfeld sehe ich mich? Was soll sich ändern? Wie positioniere ich mich? Welche Ziele habe ich? Auch ein kompletter Neustart ist möglich. Die Pause ist die Chance, dich zu fragen: Wo will ich wirklich hin?</p>



<p><em>Ein drohender Jobverlust ist belastend. Aber wer vorbereitet ist, verliert weniger Energie und gewinnt Klarheit. Und manchmal entsteht genau dann ein neuer Plan A, wenn man den Plan B in Angriff nimmt. Wenn Du selbst Unterstützung suchst, vereinbare gern ein <a href="https://the-good-coach.de/kontakt/">Erstgespräch</a> und wir loten aus, ob und wie ich unterstützen kann.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a id="_ftn1" href="#_ftnref1">[1]</a> Clara Ott, <a href="https://www.linkedin.com/posts/missclaraott_meine-finalen-lehren-aus-neun-monaten-arbeitslosigkeit-activity-7333419766805680128-zoOx?utm_source=share&amp;utm_medium=member_desktop&amp;rcm=ACoAABlcKGwBhP6DnYpJPf1LaOLi8XhMZB07d7U" target="_blank" rel="noopener">Meine finalen Lehren aus 9 Monaten Arbeitslosigkeit (als Journalistin),</a> LinkedIn-Beitrag, Juni 2025.</p>



<p><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> Massachusetts Institute of Technology News, <a href="https://news.mit.edu/2022/weak-ties-linkedin-employment-0915" target="_blank" rel="noopener">The power of week ties in gaining new employment</a>, 15. September 2022.</p>



<p><a id="_ftn2" href="#_ftnref2">[3]</a> Auf die &#8222;Job Search Councils&#8220; bin ich über diesen <a href="https://www.linkedin.com/posts/henrike-grabert-642012187_im-starting-a-new-role-next-week-and-before-activity-7333379608400027648-fECf?utm_source=share&amp;utm_medium=member_desktop&amp;rcm=ACoAABlcKGwBhP6DnYpJPf1LaOLi8XhMZB07d7U" target="_blank" rel="noopener">LinkedIn-Post von Henrike Grabert</a> aufmerksam geworden. </p>
<span class="et_bloom_bottom_trigger"></span>]]></content:encoded>
					
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		<title>Produktivität steigern: 5 Tipps, wie Du Deine Energie besser nutzt</title>
		<link>https://the-good-coach.de/produktivitaet-steigern-durch-mehr-energie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Uhlemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jan 2025 18:05:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Der langen To-Do-Liste mit Zeitmanagement beikommen? Wie wir stattdessen besser unsere Energie nutzen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Immer mehr leisten. Immer weniger Zeit und Ressourcen, um dem Berg an Aufgaben beizukommen. Diese Herausforderung kennen viele. In loser Folge schreibe ich über die Methoden, die mir selbst helfen, um wichtige Aufgaben rechtzeitig zu erledigen. Diesmal: mit Energie die eigene Produktivität steigern.</em></p>



<p>Das Gefühl, nicht mehr mit der To-do-Liste Schritt halten zu können, kennen viele. Auch meine Klient:innen im Coaching. Oft haben sie schon Zeitmanagement-Methoden ausprobiert wie Timeboxing oder Pomodoro, doch der durchschlagende Erfolg stellt sich nicht ein. Oft genug sind es die besonders Leistungsbereiten und Verantwortungsvollen, die müde vor mir sitzen. „Wäre ich produktiver, würde ich doch alles schaffen.“</p>



<p>Produktivität ist vielschichtig und bedeutet für Länder, Unternehmen, Teams und Einzelne unterschiedliches. Auf individueller Ebene besteht eines der häufigsten Missverständnisse über Produktivität darin, dass sie gleichgesetzt wird mit „mehr Arbeit schaffen“ – oder mit mehr Effizienz.</p>



<p>Stattdessen geht es bei Produktivität steigern darum, aus begrenzter Zeit, Energie und Aufmerksamkeit das Beste herauszuholen und an dem zu arbeiten, was wichtig ist. Wenn wir Energie haben, uns wach und klar fühlen, gelingt uns das besser. Ein bewusster Umgang mit unserer Energie deswegen so wichtig wie der Umgang mit unserer Zeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Produktivität steigern mit &#8222;pay yourself first&#8220;</h2>



<p>„Pay yourself first“ kennen viele aus dem Bereich der persönlichen Finanzen. Wer sparen will, kann das Geld nehmen, das am Ende eines Monats übrig ist. Oft genug stellt man aber fest, dass am Ende des Monats gar nichts übrig bleibt. „Pay yourself first“ bedeutet, automatisch eine Summe zum Sparen abzubuchen, sobald wir unser Gehalt bekommen.</p>



<p>Lassen wir beruflichen Aufgaben, Meetings und Projekten ihren Lauf, bleibt selten Energie für uns übrig. Wir stecken sie gänzlich in die Aufgaben, die vor uns liegen – oft in die, die gar nicht wirklich wichtig sind. Um Erschöpfung zu vermeiden: meine Zeit zuerst.</p>



<p>Gerade der Jahresanfang eignet sich dafür gut. Bevor sich der berufliche Kalender füllt und füllt, kann es lohnen, Urlaub und kleinere Auszeiten bereits zu planen. (Du planst nicht gerne und willst lieber spontan sein: Verständlich. Die Gefahr ist nur groß, dass dann Andere für Dich „planen“ und der Kalender voll, voll, voll ist, wenn Du eine Pause brauchst.)</p>



<p>Gleiches gilt für die Arbeitswoche: 68 % der Menschen geben an, dass sie während des Arbeitstages nicht genug Zeit haben, um sich ungestört zu konzentrieren. Ein Ausweg ist, im Monats- oder Wochenrhythmus Fokuszeiten im Kalender zu planen. Wieviel Zeit das ist, ist individuell und vom Beruf abhängig – 25% der eigenen Arbeitszeit ist aber eine gute Richtschnur. Gelingt es uns dann, diese Zeit dafür zu nutzen, wo man am meisten bewegen kann, macht uns das zufriedener und gibt uns Energie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">This meeting could have been an e-mail</h2>



<p>Nicht alle Meetings sind schlecht. Für viele sind Besprechungen (genauso wie Emails) jedoch die große Zeit- und Energiefresser. Produktivitätsexperte Christian Poensgen verweist in seinem Newsletter „Beyond Productivity“ auf eine Studie aus 2021 laut der Berufstätige 14,2 Stunden der Woche in Meetings verbrachten. Im November 2021 waren es bereits 21,5 Stunden – eine satte Steigerung um 50 Prozent.<a id="_ftnref1" href="#_ftn1"><sup>[1]</sup></a></p>



<p>Dieser Trend hat sich auch nach der Corona-Pandemie nicht umgekehrt. Eine Studie von Microsoft aus 2023 ergab, dass die Zeit in Calls und Microsoft-Teams-Meetings im Vergleich zu 2020 um 192% stieg.<a id="_ftnref2" href="#_ftn2"><sup>[2]</sup></a> Innerhalb von drei Jahren nahmen Menschen also an dreimal (!) mehr Besprechungen pro Woche teil. Viele empfinden dies als Problem, dass sie daran hindert, ihre Produktivität steigern oder effektiver arbeiten zu können.<a id="_ftnref3" href="#_ftn3"><sup>[3]</sup></a> Verschlimmert wird es dadurch, wenn Besprechungen zu lang sind, schlecht geführt werden und kein klares Ziel verfolgen.   </p>



<p>Zu viele Meetings können ein besonders „effektiver“ Weg sein, um Energie zu verlieren. Eine gute Übung kann sein, regelmäßig alle Regeltermine im Kalender zu überprüfen. In welche gehe ich nur, weil ich „meeting FOMO“ habe (also Angst habe, Informationen zu verpassen)? Welche Meetings werden durch Kollegen besucht – reicht eine Person oder kann man sich abwechseln? Werden Meetings, auch mit der Hilfe von KI-Anwendungen, gut dokumentiert, so dass ich mir Informationen auch asychnron „abholen“ kann?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Produktivität steigern: Guter Ort, gute Energie</h2>



<p>Werden Wissensarbeiter gefragt, wo sie am meisten arbeiten, antworten sie „im Büro“ oder „am Schreibtisch“. Für unsere Energie-Balance ist es hilfreich, sich zu fragen, wo wir eigentlich am besten arbeiten. Nicht nur, aber besonders für Introvertierte, sind Orte, an denen es leise ist, Gold wert – zum Beispiel „quiet desks“, Einzelbüros oder Ruhezonen. Genauso können Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung in größeren Büros dabei helfen, die eigene Energie und den Fokus zu schützen.</p>



<p>Gelegentlich kann es aber auch dabei helfen, den Ort komplett zu wechseln. Über Wochen habe ich beispielsweise das Schreiben dieses Artikels (und weiterer) immer weiter verschoben, bis ich mir zwei Tage im Kalender blockte und im Winter an einen brandenburgischen See zu einem „Schreib-Retreat“ fuhr. Auf die Idee brachte mich ein Freund, der als Angestellter mit seiner Chefin vereinbart hat, einen Vormittag in der Woche vom Café aus zu arbeiten, weil ihm eine kreative Aufgabe dort besonders leicht fiel.</p>



<p>Und last but not least: Überhaupt muss Arbeit nicht zwangsläufig immer an einen physischen Ort gekoppelt sein. Kann ein Telefonat mit einer Kundin oder ein Meeting mit einem Kollegen nicht auch während eines Spaziergangs stattfinden?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Produktivität steigern durch weniger arbeiten (genau: Pausen!)</h2>



<p>Energie lässt sich auch mit smarten „Hacks“ nicht unendlich ausdehnen oder kreieren. Stattdessen brauchen wir ganz regelmäßig weniger, um wieder mehr tun zu können. Wir brauchen Pausen, um die eigene Produktivität steigern zu können.</p>



<p>Unsere geistige Energie verändert sich im Laufe des Tages systematisch. Nach etwa 90 Minuten erhöhter Wachsamkeit erreichen wir einen etwa zwanzig Minuten anhaltenden Tiefpunkt. Wer dann einfach weitermacht, vielleicht die Mittagspause ausfallen lässt, um mehr Zeit zu schinden, wird sukzessive immer unkonzentrierter, müder und unproduktiver. Welche Orte sich für Pausen am besten eignen, um die eigene Produktivität steigern zu können, und was es mit den „7 types of rest“ auf sich hat, kannst Du in <a href="https://the-good-coach.de/produktiver-werden-mit-pausen/">diesem Artikel</a> nachlesen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Voller Fokus statt Multitasking</h2>



<p>Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wieviel ich schaffe, wenn ich an EINEM Thema arbeite und in den Flow komme. Aber kein Wunder: Gloria Mark, eine Expertin für das Thema Aufmerksamkeit, hat ermittelt, dass wir 50 Prozent länger für eine Aufgabe brauchen, wenn wir ständig zwischen Aufgaben hin- und herwechseln.</p>



<p>Der Grund für das Hin- und Herwechseln sind interessanterweise meist nicht Kollegen, die plötzlich eine Frage haben oder Hilfe benötigen. Der durchschnittliche Wissensarbeiter sendet und empfängt täglich 126 Emails pro Tag. 70 Prozent dieser Emails werden innerhalb von 6 Sekunden (!) nach ihrem Eintreffen geöffnet. 84 Prozent aller Menschen haben ihr Email-Programm durchgehend im Hintergrund geöffnet, auch wenn sie gerade an etwas anderem arbeiten.<sup> <a href="#_ftn4" id="_ftnref4"><sup>[4]</sup></a></sup> E-Mails nur in bestimmten Intervallen anzusehen, schont die eigene Zeit und Energie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Unsere Energie ist wichtig</h2>



<p>Ein Auge auf die eigene Energie haben, ist richtig. Aber auch mit den besten Tipps ist diese Ressource endlich. Wir brachen beides –&nbsp; Energie und das Setzen von Prioritäten – um das zu schaffen, was wir uns vorgenommen haben. Und „das, was wir uns vorgenommen haben“ ist niemals gleichbedeutend mit „alles“.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a id="_ftn1" href="#_ftnref1">[1]</a> Christian Poensgen, <a href="https://beyondproductivity.substack.com/p/how-to-have-more-productive-meetings?utm_source=substack&amp;publication_id=395152&amp;post_id=151923533&amp;utm_medium=email&amp;utm_content=share&amp;utm_campaign=email-share&amp;triggerShare=true&amp;isFreemail=true&amp;lm=&amp;r=17ob7q&amp;triedRedirect=true" target="_blank" rel="noopener">How to have more productive meetings (6 Actions)</a>, in: Beyond Productivity, November 2024.</p>



<p><a id="_ftn2" href="#_ftnref2">[2]</a> Microsoft Work Trend Index Annual Report, “<a href="https://www.microsoft.com/en-us/worklab/work-trend-index/will-ai-fix-work?lm=&amp;utm_source=substack&amp;utm_medium=email" target="_blank" rel="noopener">Will AI fix work?”</a>, Mai 2023. </p>



<p><a id="_ftn3" href="#_ftnref3">[3]</a> Vera Starker, <a href="https://www.manager-magazin.de/hbm/selbstmanagement/fokuszeit-konzentriert-arbeiten-und-ablenkungen-vermeiden-a-eae024e4-23a6-422b-9ef2-611dcaecc0fe?context=issue" target="_blank" rel="noopener">„Konzentration ist ein Tor zum schönen Leben“</a>, Interview im Harvard Business Manager 2/2024. </p>



<p><a id="_ftn4" href="#_ftnref4">[4]</a> Christian Poensgen, <a href="https://beyondproductivity.substack.com/p/how-great-leaders-manage-their-time?utm_campaign=post&amp;utm_medium=web" target="_blank" rel="noopener">How great leaders manage their time</a><a href="http://[4] Christian Poensgen, How great leaders manage their time, in: Beyond Productivity, https://beyondproductivity.substack.com/p/how-great-leaders-manage-their-time?utm_source=post-email-title&amp;publication_id=395152&amp;post_id=148529394&amp;utm_campaign=email-post-title&amp;isFreemail=true&amp;r=17ob7q&amp;token=eyJ1c2VyX2lkIjo3MzM1Nzc2NiwicG9zdF9pZCI6MTQ4NTI5Mzk0LCJpYXQiOjE3MjU1NTQ0MDAsImV4cCI6MTcyODE0NjQwMCwiaXNzIjoicHViLTM5NTE1MiIsInN1YiI6InBvc3QtcmVhY3Rpb24ifQ.IqyhlnblApcoWmsLcrnmc_nB8H1QtfZZXeLXCqGKiPM&amp;lm=&amp;triedRedirect=true)">,</a> in: Beyond Productivity, September 2024.</p>
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			</item>
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		<title>„Was passiert genau im Business Coaching?“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Uhlemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jan 2025 10:48:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Coaching unterstützt bei Veränderungen, indem es Klarheit schafft, Ressourcen aufdeckt und Lösungen erarbeitet. Doch was passiert dabei genau?  ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Diese Frage stellte mir vor einigen Monaten im unverbindlichen Erstgespräch eine sympathische potenzielle Klientin. Ihr geschildertes Coaching-Thema konnte ich gut nachempfinden, nicht zuletzt, weil ich bereits Klient:innen in ähnlichen Situationen begleitet hatte. Wir besprachen, wie lang der Coachingprozess in etwa dauern würde (wenige Monate), wie oft (alle 2 bis 6 Wochen) und wie lange (90 Minuten) wir uns treffen würden.</p>



<p>Da sie noch nie mit einem Coach zusammengearbeitet hatte, wollte sie gegen Ende des Gesprächs wissen: „Aber was passiert dann im Business Coaching genau?“ Die ehrliche Antwort: Das kommt auf das Coachingthema an und lässt sich schlecht verallgemeinern. Dennoch will ich hier eine Antwort versuchen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist Coaching? Was ist es nicht?</h2>



<p>Coaching ist die Begleitung in einem Veränderungsprozess. Es gilt der Grundsatz, dass die Klienten Experten für ihre Lösung sind. Als Coach vermittle ich kein Wissen (im Unterschied zum Training) oder zeige die Lösung auf (im Unterschied zu einer Beratung), sondern helfe Klient:innen, die für sie jeweils passende Lösung zu finden. Sie erlangen Klarheit in Bezug auf ihre Ziele, werden sich der eigenen Ressourcen bewusst und gehen mit (neuer) Energie in die Umsetzung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was sind “typische” Themen für das Business Coaching?</h2>



<p>Karriereziele, Fragen der Team-Führung oder des Selbstmanagements, der Umgang mit Herausforderungen und Konflikten im beruflichen Kontext, die berufliche Weiterentwicklung nach einer Elternzeit, die Vorbereitung beziehungsweise Bewerbung auf den nächsten Karriereschritt – all das kann Thema für ein Business Coaching sein. Gemeinsam ist den Themen in der Regel, das sie einem Respekt einflößen, man sie gut bewältigen will oder sie bereits (sehr) belasten.</p>



<p>Klient:innen beschreiben oft, ihr Thema schon Wochen oder Monate hin- und hergewälzt zu haben, aber zu keiner Entscheidung zu finden oder nicht in die Umsetzung zu kommen. Gelegentlich geht es auch darum, einen Sparringspartner zu haben, um eine Situation gemeinsam zu bewerten und/oder zu bewältigen. Weitere Fragen, zu denen meine Klienten Unterstützung suchen, findest Du <a href="https://the-good-coach.de/meine-angebote/">hier</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was passiert in der ersten Coaching-Sitzung?</h2>



<p>Eine Coaching-Kollegin sagt dazu: „Ein gut beschriebenes Problem, ist oft schon die halbe Lösung.“ Wie recht sie hat. In der ersten Sitzung werden deswegen nicht nur die gegenseitigen Erwartungen geklärt und die aktuelle Situation analysiert, sondern vor allem das Ziel formuliert, welches am Ende des Coachingprozesses erreicht sein soll. </p>



<p>Sobald die Coachees am Ende der ersten Sitzung in Worte fassen, was sie erreichen und wie sie sich dabei fühlen wollen, setzt das schon Energie frei: „Where attention goes, energy flows.“ Neben der inhaltlichen Ebene ist die erste Sitzung aber vor allem auch dafür wichtig, sich kennenzulernen und einen geschützten Raum aufzubauen, in dem vertrauensvoll (und vertraulich!) gesprochen und gearbeitet werden kann.<a id="_ftnref1" href="#_ftn1"><sup>[1]</sup></a><sup>,<a id="_ftnref2" href="#_ftn2">[2]</a></sup></p>



<h2 class="wp-block-heading">Was passiert in den Coaching-Sitzungen danach?</h2>



<p>Das wichtigste Instrument für alle Sitzungen sind Fragen, die dazu anregen sollen, über das eigene Ziel oder Problem aus möglichst vielen Blickwinkeln nachzudenken. So decken Klient:innen auf dem Weg sowohl die Stolpersteine als auch die Ressourcen für die Erreichung des Ziels auf. In der Regel liegen diese in den Bereichen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Werte:</strong> Welche Werte sind mir wichtig? Wie sind diese aktuell erfüllt? etc.<br></li>



<li><strong>Persönlichkeit:</strong> Persönlichkeits-Typ, Neurobiologie, Interessen, Bedürfnisse etc.<br></li>



<li><strong>Fähigkeiten:</strong> Welche mental-emotionalen, sozialen, neuro-physischen, fachlichen Fähigkeiten stehen mir zur Verfügung? Welche möchte ich stärken?<br></li>



<li><strong>Wissen:</strong> Wissen zu Themenfeldern wie Kommunikation (1:1, im Team, gewaltfreie Kommunikation etc.), Karriere, Gesundheit etc.<br></li>



<li><strong>Konzepte:</strong> Reaktanzmuster („Sei perfekt!“), Konstrukte („ein guter Chef/Mitarbeiter“), Glaubenssätze<br></li>



<li><strong>Selbst:</strong> Identität, Selbstbild, Lebensphase</li>
</ul>



<p>Je nachdem, in welchem „Feld“ sich die Ressourcen oder Stolpersteine befinden, unterscheiden sich die Methoden, die in einer Coachingsitzung genutzt werden. Sie reichen vom Aufdecken und Verändern innerer Antreiber („Ich muss perfekt sein!“, „Ich bin nicht schuld.“, „Ich darf nicht auffallen.“) oder Glaubenssätzen bis zum Vorbereiten konkreter Gesprächssituationen wie einem Pitch für die nächste Karrierestufe oder schwierigen Personalgesprächen.</p>



<p>In Entscheidungssituationen können auch assoziative Methoden wie das Zürcher Ressourcenmodell sowie Methoden wie „Competing Commitments“ oder der „Sokratische Dialog“ zum Tragen kommen. Ziel ist immer, das eigene Thema tiefer zu erkennen, zu verstehen und letztlich positiv zu verändern. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Was muss der Coachee tun?</h2>



<p>Am leichtesten lässt es sich auf die Formel bringen, dass im Coaching der Coach für den Prozess, der Coachee für das Ergebnis verantwortlich ist. Am besten gelingt das, wenn Klienten möglichst offen, neugierig und selbstreflektiert sind und sich klarmachen, dass nur sie (nicht der Coach) ihr Ziel erreichen können. Plus: Sie müssen sich in ihrem Alltag zwischen den Sitzungen Zeit nehmen, um „neues Verhalten“ auszuprobieren, nächste Schritte umzusetzen und immer wieder zu reflektieren, ob und warum etwas gut oder (erst einmal) nicht gut gelang.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Welchen Nutzen oder Ergebnis hat ein Coaching?</h2>



<p>Im Idealfall erreichen Klient:innen das Ziel, dass sie sich zu Beginn des Coachingprozesses gesetzt haben. Meine Klienten haben sich beispielsweise nach einer Elternzeit oder einer Restrukturierung mit einem Arbeitsplatzverlust erfolgreich beruflich neu orientiert, sind gut gewappnet in den Bewerbungsprozess oder einen Auswahlprozess gegangen oder begegnen Konflikten entspannter und gleichzeitig strategischer. </p>



<p>Was aber nicht weniger wichtig ist: Klienten schließen das Coaching mit mehr Klarheit, Energie und dem Bewusstsein ab, dass sie positive Veränderungen in ihrem Berufsleben viel stärker in der Hand haben als sie selbst dachten. <br><em><br>Die eingangs erwähnte potenzielle Klientin entschied sich am Ende übrigens leider nicht für mich. Unbewusst gab sie mir damit aber den Anstoß für diesen Blog-Artikel 😊. Wenn Du selbst ein berufliches Thema hast, bei dem Du nicht weiterkommst, vereinbare gern ein Erstgespräch und wir loten gemeinsam aus, ob und wie ich unterstützen kann.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Schreyögg, Astrid (2003). Coaching. Frankfurt/Main: Campus.</p>



<p><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> Amberger, Benedikt, Erfolgsfaktoren im Coaching, in: Coaching Magazin 3/2014.</p>
<span class="et_bloom_bottom_trigger"></span>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Warum Vulnerabilität keine gute Sache ist</title>
		<link>https://the-good-coach.de/warum-vulnerabilitaet-keine-gute-sache-ist/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Uhlemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Sep 2024 12:02:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<category><![CDATA[Stresstest]]></category>
		<category><![CDATA[Vulnerabilität]]></category>
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					<description><![CDATA[Stress per se ist weder gut noch schlecht. Im Unterschied zur Vulnerabilität, die zu ernsthaften Erkrankungen führen kann. Aber warum? Und wie erkennt man sie?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Trotz der Aufmerksamkeit, die Themen wie Achtsamkeit und Resilienz (scheinbar?) gewinnen, sind Stress, Müdigkeit oder Erschöpfung für viele ständiger Begleiter ihrer Arbeit. Doch viel wichtiger als die Stressbelastung ist Vulnerabilität. Denn dann sind physische und psychische Erkrankungen wahrscheinlicher.</em></p>



<p>Der Satz, der mich erschreckte, kam nach etwa 45 Minuten der Coaching-Sitzung. Der Klient und ich hatten uns schon ein paar Mal getroffen. Es ging um Herausforderungen, die er als Teamleiter erlebte. Ich hatte ihn gefragt, welche Gedanken, Gefühle und Empfindungen präsent seien, wenn er an eine bestimmte Konfliktsituation denke. Er antwortete und schickte en passant hinterher: „Naja, und ich habe starke Rückenschmerzen, Tinnitus und kann nicht durchschlafen.“ „Seit wann haben Sie das?“ „Ach, seit ein paar Jahren schon.“ Er sagte es so, als hätte ich ihn gefragt, wie morgen das Wetter wird. Kann man eben nicht ändern.</p>



<p>Vulnerabilität beschreibt – im Gegensatz zur Resilienz – den Zustand einer Person, die als Folge von dauerhaftem Stress anfälliger für die Entwicklung von physischen und psychischen Erkrankungen ist. Zu den physischen Folgen von Vulnerabilität zählen Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck und Herzinfarkte sowie organspezifische Veränderungen wie Rückenschmerzen, Tinnitus oder Verdauungsbeschwerden. Auf der psychischen Seite reicht das Spektrum von Stimmungsveränderungen, Depression und Angst-/Panikstörungen bis Burnout.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Moleküle machen Gefühle und Gefühle Moleküle</h2>



<p>Der Stressforscher Hans Selye definiert Stress als die unspezifische Antwort unseres Körpers auf jedwede Art von Anforderung. Auslöser von Stress sind physische, emotionale oder soziale Stressoren. Stress ist also weder positiv noch negativ, sondern die natürliche Reaktionskette des Körpers auf Unsicherheit.</p>



<p>Bei Stress reagiert der Körper mit einem blitzschnellen und wohlorchestrierten Staffellauf entlang der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HHNA). Adrenalin und Noradrenalin erhöhen Blutdruck und Herzfrequenz. In der Nebenniere wird Cortisol ausgeschüttet, dass dem Körper dabei hilft, genug Energie für die Stressantwort bereitzustellen.</p>



<p>Eine zentrale Rolle spielt in dieser „Befehlskette“ der Präfrontale Cortex, der im Gehirn für eine überlegte und souveräne Entscheidung verantwortlich: Er steuert so zentrale Funktionen wie die Handlungsplanung, die Emotionsregulierung sowie Affekt- und Impulskontrolle, Entscheidungsfindung, kombinatorisches Denken und einiges mehr.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Top-down ist besser als bottom-up &#8211; zumindest bei der Stressantwort</h2>



<p>Solange sich Phasen von Stress mit Pausen und erholsamen Schlaf abwechseln, ist das System in Balance. Auf Stress folgt Regeneration, folgt Stress, folgt Regeneration. Bei dauerhaftem Stress wird die Stressachse jedoch daueraktiviert. Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin werden ständig freigesetzt. Blutdruck und Herzfrequenz steigen an. Die balancierte Stressantwort kippt, die Funktion des Präfrontalen Cortex wird geschwächt.</p>



<p>Statt einer überlegten und souveränen Antwort kommt es dann zu einer reflexhaft-emotionalen. Je mehr die sogenannten Katecholamine dominieren, desto mehr sind wir „always on“ (oder irgendwann „always down“, also müde, erschöpft etc., wenn sie fehlen). Eine chronische Be- und Überlastung schwächt darüber hinaus das Immunsystem und die Nervenzellen, kann zu chronischen Entzündungsreaktionen führen und den Energiestoffwechsel entgleisen lassen.</p>



<p>Diese wechselseitigen Auswirkungen haben mit der Psycho-Neuro-Immuno-Endokrinologie mittlerweile ihr eigenes Forschungsgebiet. Und sie erklären auch, warum der „Blumenstrauß“ physischer und psychischer Folgen von Vulnerabilität so „bunt“ ist. Die veränderte Neurotransmitter-Balance und das veränderte Verhalten (schlechter Schlaf, Doomscrolling auf dem Handy, Aufbrausen oder Antriebslosigkeit) können sich wie ein Teufelskreis anfühlen, den man aus eigenem Antrieb nur schwer durchbrechen kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kann ich Vulnerabilität messen?</h2>



<p>Ob wir uns bei unserer Stressbelastung im „grünen“, „orangenen“ oder „roten“ Bereich sind, ist gar nicht so leicht zu erspüren. Gerade in Phasen langanhaltenden Stresses nehmen wir körperliche oder psychische Anzeichen schlechter wahr. Und überhaupt, was ist schon „normal“?</p>



<p>Fitnessuhren geben mit der Messung der Herzratenvariabilität, der Schlafquantität/-qualität oder der sogenannten „body battery“ ein erstes Indiz, wie gut es um unsere Regeneration und unsere Anpassungsfähigkeit an Stress bestellt ist. Wer es genauer und evidenzbasiert wissen möchte, kann den <a href="https://www.yourprevention.com/" target="_blank" rel="noopener">Integralen Stresstest<sup>TM</sup></a><sup> </sup>durchführen. Dieser besteht aus einem Fragebogen, einem Labortest und einer dreitägigen Herzratenvariabilitätsmessung und wird zu Hause durchgeführt. Anhand „harter“ Daten bietet er eine objektive Bestandsaufnahme zur Vulnerabilität und individuelle Empfehlungen, wie die Neurotransmitter-Balance nicht-pharmakologisch wiederhergestellt und chronischer Stress gemindert werden kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was bringt die Vulnerabilitätsmessung?</h2>



<p>Der Stresstest „objektiviert“ unser subjektives Stressempfinden. Er zeigt,</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie gut unsere Regeneration am Tag und in der Nacht, unter der Woche und am Wochenende wirklich ist</li>



<li>Wieviel und wie gut wir schlafen</li>



<li>Welche Stressoren in unserem Alltag überwiegen*</li>



<li>Welche Gedanken, Muster und Prägungen unsere Stressantwort beeinflussen (z.B. Perfektionismus, mangelnde Abgrenzung, hohe Selbsterwartung)</li>



<li>Wie hoch/niedrig unser Serotonin-, Dopamin-, Noradrenalin-, Adrenalin- und Cortisol-Spiegel ist</li>



<li>Wie Verhalten unsere Regenerationsfähigkeit in der Nacht beeinflusst (z.B. Sport, Arbeit am Computer, Alkohol etc.)</li>
</ul>



<p>* Die vielen Daten des Stresstests genauso wie die Wiederherstellung der Neurotransmitter-Balance liefern die Grundlage, aber auch die Motivation, Veränderungen vorzunehmen. Ich selbst war beispielsweise überrascht, dass die stressigste Zeit in meinem Alltag überhaupt nichts mit meinem Beruf zu tun hat. Es waren stattdessen die 15-20 Minuten am Morgen, bevor wir mit Kind und Kegel das Haus verlassen. Ebenso augenöffnend war es, die Auswirkung von Fernsehen bzw. abendlicher Arbeit am Computer auf meine Schlafqualität zu sehen. Unsere Stressoren genauer zu kennen, ist oft der erste Schritt, um unsere Antwort auf sie zu verändern und Schritt für Schritt die eigene Vulnerabilität zu reduzieren.</p>



<p><em><em>Wenn Du mehr über Vulnerabilität und den Stresstest wissen möchtest, testen willst, ob Du vulnerabel bist und/oder besser mit Stress, beruflichen Herausforderungen und schwierigen Entscheidungen und Konflikten umgehen möchtest, nimm‘ gern <a href="https://the-good-coach.de/kontakt/">Kontakt</a> auf. Zusammen loten wir aus, ob und wie ich unterstützen kann.</em></em></p>
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		<title>Pausen nutzen, produktiver arbeiten</title>
		<link>https://the-good-coach.de/produktiver-werden-mit-pausen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Uhlemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 May 2024 08:41:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Methoden helfen, um produktiver und an den richtigen Dingen zu arbeiten. Diesmal: Wie wir mit der Kraft von Pausen mehr erreichen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Immer mehr leisten. Immer weniger Zeit und Ressourcen, um dem Berg an Aufgaben beizukommen. Diese Herausforderung kennen viele. In loser Folge schreibe ich über die Methoden, die mir selbst helfen, um wichtige Aufgaben rechtzeitig zu erledigen. Diesmal: Pausen.</em></p>



<p>Niemand kann ununterbrochen produktiv arbeiten. Keine provokante These, oder? Stimmt. Denn sie deckt sich mit unserer Erfahrung und vielen Studien, die zeigen, dass Pausen unsere Vitalität erhöhen und die Erschöpfung reduzieren.</p>



<p>&nbsp;Gleichzeitig haben Pausen keinen allzu guten Ruf. Gelegentlich fühlen wir uns „ertappt“, wenn wir mit Kolleg:innen vor der Kaffeemaschine stehen oder längere Zeit aus dem Fenster sehen. Ein kritischer Blick von außen oder die innere Stimme, die leise „Wer rastet, der rostet“ oder „Sei schnell, beeil‘ Dich“ flüstert. Schon wenden wir uns wieder der Arbeit zu. Denn können wir nicht umso mehr erledigen, je mehr Zeit wir in Arbeit investieren?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum brauchen wir Pausen?</h2>



<p>Jeden Tag steht uns eine begrenzte Menge an physischen und mentalen Ressourcen zur Verfügung. Sobald unsere Batterien leer sind, fühlen wir uns müde, erschöpft oder gestresst. Arbeiten wir dann weiter, wirkt sich das negativ auf Wohlbefinden und Arbeitsleistung aus. Wir werden unkonzentrierter, machen Fehler und brauchen länger, um eine Aufgabe abzuschließen.</p>



<p>In Wahrheit mindert das, von dem wir glauben, dass es unseren Ruf als High Performer zementiert, unsere Leistungsfähigkeit. So belegte eine Studie im <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37023301/" target="_blank" rel="noopener">„Journal of Applied Psychology“</a>, dass Führungskräfte, die sich am Abend keine richtige Pause gönnten, am nächsten Tag nur auf Sparflamme arbeiteten. Umgedreht bescheinigten Mitarbeitende ausgeruhten Chefinnen und Chefs mehr Power und Gestaltungskraft. Der Harvard Business Manager, der die Studie zitierte, stellte den Artikel unter die drastische wie passende Überschrift „Abends arbeiten, morgens versagen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die ideale Länge und das richtige Timing von Pausen</h2>



<p>Unsere geistige Energie verändert sich im Laufe des Tages systematisch. Nach etwa 90 Minuten erhöhter Wachsamkeit erreichen wir einen etwa zwanzig Minuten anhaltenden Tiefpunkt. Laut einer Studie aus dem Jahr 2021 folgen die produktivsten Menschen diesem sogenannten ultradianen Tagesrhythmus und legen alle 112 Minuten Arbeit eine 26-minütige Pause ein beziehungsweise defokussieren sich.<sup>1</sup></p>



<p>Niemand muss sklavisch diesem Prinzip von Fokus-Zeit und Pausen folgen. Regelmäßige, kurze Pausen sind jedoch wichtig, um Konzentration und Produktivität zu erhalten. (Ich nutze, während ich diesen Artikel schreibe, die „Pomodoro-Technik“. Ich arbeite 25 oder 30 Minuten lang, lege dann einen fünfminütige Mikro-Pause ein, in der ich aufstehe und mir einen Tee koche. Danach geht es im gleichen Rhythmus weiter. Andere arbeiten mit längeren Fokusphasen und entsprechend längeren Pausen: Es lohnt sich, etwas zu experimentieren, was am besten passt).</p>



<p>Genauso wichtig ist mindestens eine längere Pause, um die eigene Batterie wieder aufzuladen. Typischerweise ist das die Mittagspause. Wer den ganzen Tag durchgetaktet ist, von einem Meeting ins nächste, von einem Kunden zum nächsten eilt und sich durch seine Tiefs quält, dem kann es helfen, sich Pausen im Kalender zu blocken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der ideale Ort für Pausen (Spoiler: Nicht Social Media)</h2>



<p>Der beliebteste Pausenraum ist kein physischer. Am liebsten scrollen wir in Pausen direkt am Arbeitsplatz durch das Internet und Social Media. Ideal ist das nicht. Wissenschaftler fanden bei einer Studie mit koreanischen Angestellten heraus, dass das Scrollen eher zu emotionaler Erschöpfung führt, denn die mentalen Ressourcen wieder auffüllt.<sup>2</sup> Zum anderen zeigte eine Auswertung von über 80 wissenschaftlichen Studien zum Thema Pausen, dass es besonders erholsam ist, Pausen nicht am Schreibtisch zu verbringen, sondern im Freien und Grünen.<sup>3</sup></p>



<p>Grund dafür ist der Panoramablick, den wir uns verschaffen, wenn wir im Freien auf die weiter entfernte Umgebung schauen. „Unser geistiger Fokus folgt unserem visuellen Fokus, daher ist letzterer unerlässlich, um die geistige Energie wieder aufzufüllen,“ schreibt Produktivitätsexperte Christian Poensgen. Ein kurzer Spaziergang nach dem Mittagessen kann also entscheidend helfen, das Mittagstief zu überwinden. „Die besten Pausen bestehen aus zwei Zutaten: Losgelöstheit und Autonomie. Entfernen Sie sich von Ihrem Schreibtisch, lassen Sie Ihr Smartphone dort liegen und sprechen Sie während des Mittagessens nicht über die Arbeit.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht alle Pausen sind gleich: Die „Seven Types of Rest“</h2>



<p>Mit welcher Pause wir uns am besten erholen, kann von Tag zu Tag variieren. Nicht immer ist es ein Spaziergang oder genug Schlaf in der Nacht. Manchmal braucht es andere Arten von Erholung. Die Wissenschaftlerin Dr. Saundra Dalton-Smith unterscheidet die „seven types of rest“<sup>4</sup>:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sensorische Erholung: z.B. handyfreie Zeiten/Pausen oder Zurückziehen in Stille</li>



<li>Geistige Erholung: Aktivitäten, die wenig Konzentration erfordern</li>



<li>Soziale Erholung: Begegnungen suchen, die Energie geben; Treffen/Meetings meiden, die Energie rauben</li>



<li>Emotionale Erholung: Gefühle frei ausdrücken können, authentisch sein, weniger „people-pleasing“</li>



<li>Kreative Erholung: um uns aufzuladen, hilft es, in die Natur zu gehen oder Kunst zu betrachten</li>



<li>Spirituelle Erholung: Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Sinn erfüllen, z.B. Zusammensein mit engen Freunden, ehrenamtliches Engagement, Religion etc.</li>



<li>Körperliche Erholung (aktiv &amp; passiv): Sport, Schlaf, Entspannungsübungen etc.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Aber, aber, aber ….!</h2>



<p>Pausen machen uns nicht weniger produktiv. Im Gegenteil – sie helfen uns dabei, uns besser zu fühlen und leistungsfähig zu sein. Wer das am Arbeitsplatz vorlebt, also selbst regelmäßig Pausen macht und Flexibilität ermöglicht, wird dabei helfen, das mögliche Stigma und die Schuldgefühle rund um Pausen zu vermeiden.</p>



<p>In Phasen mit hoher Belastung, in denen ich glaube, mir wirklich keine Pausen „leisten“ zu können, schaue ich oft auf das Zitat von Oliver Burkeman aus seinem Buch „4000 Wochen“: „Es wird nie der Tag kommen, an dem man endlich alles im Griff hat – an dem die E-Mail-Flut eingedämmt ist, die To-Do-Listen nicht mehr länger werden, man allen Verpflichtungen im Beruf und im Privatleben nachkommt, einem niemand mehr böse ist, weil man eine Frist verpasst oder einen Fehler gemacht hat (…).“<sup>5</sup> Sic!</p>



<p><em>Du möchtest produktiver werden ohne Dich zu überarbeiten? Lies‘ hier meine Blogartikel über <a href="https://the-good-coach.de/produktiver-werden-mit-timeboxing/">Timeboxing</a> oder <a href="https://the-good-coach.de/produktivitaet-steigern-durch-mehr-energie/">Energie</a> oder lass‘ uns in einem <a href="https://the-good-coach.de/kontakt/">Erstgespräch</a> ausloten, wie ich Dich unterstützen kann.</em></p>



<p>Quellen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Dr. Christian Poensgen, The surprising secret to joining the top 10% (The 90-Minute-Defocus rule), <a href="https://beyondproductivity.substack.com/p/how-to-take-breaks-strategically?utm_source=substack&amp;utm_medium=email&amp;utm_content=share" target="_blank" rel="noopener">https://beyondproductivity.substack.com/p/how-to-take-breaks-strategically?utm_source=substack&amp;utm_medium=email&amp;utm_content=share</a><br></li>



<li><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0747563215302703" target="_blank" rel="noopener">Effects of breaks on regaining vitality at work: An empirical comparison of ‘conventional’ and ‘smart phone’ breaks &#8211; ScienceDirect</a>, in: Computers in Human Behavior, April 2016.<br></li>



<li><a href="https://hbr.org/2023/05/how-to-take-better-breaks-at-work-according-to-research" target="_blank" rel="noopener">How to take better breaks at work according to research</a>, in: Harvard Business Review, Mai 2023.<br></li>



<li>Erstmals habe ich über das Konzept der „seven types of rest“ bei Hans Rusinek von der Universität St. Gallen gelesen: <a href="https://www.linkedin.com/posts/hansrusinek_newwork-freizeitstress-verwertungsspezialisten-activity-7181512060097228800-FsrL?utm_source=share&amp;utm_medium=member_desktop" target="_blank" rel="noopener">https://www.linkedin.com/posts/hansrusinek_newwork-freizeitstress-verwertungsspezialisten-activity-7181512060097228800-FsrL?utm_source=share&amp;utm_medium=member_desktop</a><br></li>



<li>Oliver Burkeman, 4000 Wochen: Das Leben ist zur kurz für Zeitmanagement, 2022.</li>
</ol>
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		<title>Timeboxing: Effizient durch den Tag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Uhlemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jan 2024 18:45:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Methoden helfen, um produktiver und an den richtigen Dingen zu arbeiten? Diesmal: Timeboxing oder "im Kalender leben".]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Immer mehr leisten. Immer weniger Zeit und Ressourcen, um dem Berg an Aufgaben beizukommen. Diese Herausforderung kennen viele. In loser Folge schreibe ich über die Methoden, die mir selbst helfen, um wichtige Aufgaben rechtzeitig zu erledigen. Diesmal: Timeboxing beziehungsweise „im Kalender leben“ (Spoiler Alert: Weniger schlimm als es sich anhört!).</em></p>



<p>In meiner Arbeitswoche gab es früher oft einen toten Punkt: Donnerstagnachmittag, wenn ich feststellte, dass zu wenig Woche für zu viele Aufgaben übrig ist. Manchmal brachte mich das in die Bredouille, immer führte es zu Frustration. Wir wissen zwar, dass wir nie „alles“ schaffen. Aber wir ärgern uns, wenn wir den ganzen Tag beschäftigt waren, aber nicht das Richtige erledigt haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum To-Do-Listen nicht funktionieren</strong></h2>



<p>Lange Zeit habe ich mich dafür gegeißelt. Klient:innen im Coaching tun es ebenfalls: Ich bin nicht diszipliniert genug. Ich bin zu langsam. Zu dies, zu das, zu jenes, auf jeden Fall: selbst schuld. Daniel Markovitz sieht das anders. 2012 schrieb er im Harvard Business Review darüber, dass To-Do-Listen nicht funktionieren – „sie sorgen nur für Frustration und Misserfolg“<a href="#_ftn1" id="_ftnref1">[1]</a><a href="#_ftn2" id="_ftnref2">[2]</a>:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong><em>Überforderung durch zu viele Wahlmöglichkeiten: </em></strong>Schreibe ich erst das Protokoll, die wichtige Mail oder erledige den Anruf bei einem Kunden? (Okay, erstmal einen Kaffee holen, Social Media checken…)</li>



<li><strong><em>Bevorzugung der einfachen Aufgaben: </em></strong>Auf einer Liste sehen alle Aufgaben „gleich“ aus: Sie sind drei oder vier Worte lang. Wir wählen die, die sich schneller abhaken lassen (Dopamin-Ausstoß!).</li>



<li><strong><em>Erledigung der dringenden, kurzfristigen Aufgaben: </em></strong>Die wichtigen, aber vielleicht (noch) nicht so dringenden To Dos verschieben wir eher (Steuererklärung, Weiterbildung).</li>



<li><strong><em>Fehlender Kontext: </em></strong>To-Do-Listen spiegeln nicht wider, wieviel Zeit für eine Aufgabe zur Verfügung steht (und ob ich konzentriert an ihr arbeiten muss oder sie auch zwischen zwei Meetings oder auf Reisen schnell erledigen kann).</li>



<li><strong><em>Fehlendes Commitment: </em></strong>Schreiben wir eine Aufgabe auf die Liste, bedeutet das, dass wir vorhaben, sie zu erledigen, allerdings weder wie noch wann (genau).</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie funktioniert Timeboxing?</strong></h2>



<p>Beim Timeboxing werden die Aufgaben als Termin mit sich selbst im Kalender eingetragen. Ich „verpflichte“ mich also auf einen konkreten Zeitpunkt und eine Dauer, in der ich die Aufgabe erledige. Für das Schreiben eines Konzeptes plane ich beispielsweise zwei Stunden an einem Montagvormittag, weil ich morgens konzentrierter bin. Gleichzeitig plane ich am Folgetag eine weitere Stunde für das Redigieren ein und sehe, wie rechtzeitig ich mit der Aufgabe beginnen muss, um noch Feedback von Anderen einholen zu können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum funktioniert Timeboxing?</h2>



<p>1967 schrieb der Management-Guru Peter Drucker: &#8222;Effektive Führungskräfte beginnen nach meiner Beobachtung nicht mit ihren Aufgaben. Sie beginnen mit ihrer Zeit&#8220;. In der Tat geht es oft genug gar nicht darum, dass wir „unser Bestes geben“, sondern dass wir das Richtige zur richtigen Zeit erledigen. Zeiteinteilung mittels Timeboxing ermöglicht:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong><em>Die richtige Zeit finden:</em></strong> Indem ich eine Aufgabe im Kalender verankere, überlege ich nicht nur, wieviel Zeit ich der Aufgabe geben möchte, sondern auch welche Zeit. Wann arbeite ich am konzentriertesten, welche Aufgaben schaffe ich auch dann noch gut, wenn die Batterie schon leerer ist? Und ist die Aufgabe überhaupt in meinem Kalender richtig oder ist es eine Aufgabe, die eigentlich ein anderes Teammitglied übernehmen sollte?</li>



<li><strong><em>Kollaboration verbessern:</em></strong> Wenn meine To Dos im Kalender stehen, finden Besprechungen außerhalb der Zeitblöcke statt, die ich für die Arbeit an meinen wichtigsten Aufgaben geblockt habe.<br>(Achtung: Natürlich keine Regel ohne Ausnahme, aber auch wenn dies nur überwiegend gelingt, ist es schon ein Gewinn).</li>



<li><strong><em>Prioritäten setzen:</em></strong> Eine To-Do-Liste kann unendlich sein, die eigene Zeit ist es nicht. Timeboxing zwingt elegant dazu, die wichtigsten zwei bis drei Aufgaben des Tages oder der Woche auszuwählen.</li>



<li><strong><em>Gestalter-Prinzip verankern:</em></strong> Ich kontrolliere meine To-Do-Liste, nicht andersherum. Nicht zu unterschätzen, denn das Gefühl der Selbstwirksamkeit und Kontrolle gilt als wichtiger Faktor für Motivation, Energie und Zufriedenheit im Beruf.</li>
</ul>



<p>Für mich gilt: Timeboxing macht mich produktiver. Dem Recherchieren und Schreiben dieses Blogartikels kann ich fünf Stunden Zeit in meinem Kalender zuweisen oder keine Begrenzung setzen – dann „dauert“ es leicht zwei- oder dreimal so lang. Der Artikel ist danach nicht unbedingt besser, aber die Verabredung zum Kino oder Sport abgesagt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Timeboxing: Die Light-Version</h2>



<p>Es lohnt sich, etwas zu experimentieren, wie man das Timeboxing-Prinzip umsetzen möchte. Ich plane beispielsweise nicht alle Aufgaben im Kalender, sondern arbeite mit einem flexiblen System,</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>in dem die wichtigsten 2-3 Wochenaufgaben im Kalender eingeplant sind (damit ich mit einem guten Gefühl ins Wochenende gehe)</li>



<li>in dem mindestens 1 bis 2 Stunden täglich Luft für spontane Termine oder Unvorhergesehenes ist</li>



<li>in dem täglich Zeit für das Beantworten von E-Mails fest eingeplant ist</li>



<li>in dem auch alle privaten Termine im Kalender stehen (damit ich Sport, Kino, Verabredungen nicht unbewusst für unwichtiger halte als Berufliches)</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Aber, aber, aber</h2>



<p>Und wenn ich mich dabei ertappe, mich darüber zu ärgern, dass der Kalender nicht genug Zeit für alle To Dos bietet, sage ich mir, dass Timeboxing ganz einfach die Realität widerspiegelt: zu viel ist zu viel. Timeboxing und der Blick auf meinen Kalender zwingen mich dann zu priorisieren. Oder bewahren mich davor, mir sehenden Auges noch mehr aufzuhalsen. Denn gerade für das Thema Zeit gilt das Prinzip der Verantwortung in ganz besonderem Maße: WIR müssen die Erwartungen festlegen, was wir mit der uns zur Verfügung stehenden (Arbeits-)Zeit erreichen können.</p>



<p><em>Du möchtest produktiver werden ohne Dich zu überarbeiten? Lies‘ hier meine Blogartikel über den Einfluss von <a href="https://the-good-coach.de/produktivitaet-steigern-durch-mehr-energie/">Energie</a> und <a href="https://the-good-coach.de/produktiver-werden-mit-pausen/">Pausen</a> oder lass‘ uns in einem <a href="https://the-good-coach.de/kontakt/">Erstgespräch</a> ausloten, wie ich Dich unterstützen kann.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Daniel Markovitz, <a href="https://hbr.org/2012/01/to-do-lists-dont-work" target="_blank" rel="noopener">To-Do Lists Don’t Work, in Harvard Business Manager</a>, 24. Januar 2012.</p>



<p><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> Marc Zao-Sanders, <a href="https://hbr.org/2018/12/how-timeboxing-works-and-why-it-will-make-you-more-productive" target="_blank" rel="noopener">How Timeboxing Works and Why It Will Make You More Productive</a>, in: Harvard Business Manager, 12. Dezember 2018.</p>
<span class="et_bloom_bottom_trigger"></span>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Resilienz stärken</title>
		<link>https://the-good-coach.de/resilienz-staerken-the-good-the-bad-the-ugly/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Uhlemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Oct 2023 11:51:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Besser durch Krisen und hohe Belastung kommen: wunderbar! Doch warum hat die so gehypte Resilienz nicht nur gute, sondern auch schwierige und hässliche Facetten?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Gut durch die Herausforderungen der Corona-Pandemie navigieren? Resilienz stärken! Trotz Kriegen, Krisen, Unsicherheit am Arbeitsplatz erfolgreich „performen“? Resilienz stärken! Nicht zu dem Drittel der Bevölkerung gehören, welches laut Umfragen so gestresst ist, dass glaubt, den Alltag und die Arbeit nicht mehr bewältigen zu können? Resilienz stärken! Neben Achtsamkeit erlebte Resilienz in den letzten Jahren den Aufstieg zur neuen „Superkraft“.</p>



<p>Auch im Coaching ist Resilienz ein wichtiges Thema. Sei es, weil Klient:innen anspruchsvolle berufliche Ziele erreichen und dabei leistungsfähig und gesund bleiben möchten. Oder weil sie sich erschöpft und weniger leistungsfähig fühlen, dünnhäutiger geworden sind. Sie wünschen sich ein „Zurückspringen“ in ihre ursprüngliche Form – genau das, was das lateinische Wort „resilire“ meint. Resilienz beschreibt den Prozess, mit dem Menschen adaptiv und flexibel auf Veränderungen reagieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Resilienz stärken: The GOOD</strong></h2>



<p>Gibt es in Deinem Umfeld ein „Resilienz-Vorbild“? Eine Person, die darauf vertraut, dass sie ihr Schicksal selbst bestimmen kann und ein realistisches Bild von ihren Fähigkeiten hat? Jemand, der gut zwischen Anspannung und Entspannung wechselt und das Unabänderliche mit Gelassenheit akzeptiert?</p>



<p>War diese Person schon als Kind so? Vermutlich, denn Resilienz-Eigenschaften sind zu einem gewissen Teil angeboren. Resiliente Kinder sind keineswegs „zäh“, sondern vor allem in der Lage, bewusst zu handeln. Sie sind intelligent, optimistisch und bitten andere eher um Hilfe. Als Erwachsene erleben sie Höhen und Tiefen im Leben, reagieren auf Krisen aber eher mit einer Kursänderung, bevor es sie aus der Bahn schleudert.</p>



<p>Andererseits ist Resilienz nicht nur angeborene Eigenschaft – also „nature“. Resilienz ist auch eine Fähigkeit und ein Prozess, der Auslöser (Stress, Krisen, Traumata), Ressourcen (Selbstwertgefühl, positive Lebenseinstellung, unterstützende soziale Beziehungen etc.) und Konsequenzen (Veränderungen in den Einstellungen, im Verhalten) umfasst. Dieser Prozess ist nicht statisch, sondern dynamisch. Resilienz ist „nature“ und „nurture“, angeboren UND erlernbar.<a id="_ftnref1" href="#_ftn1">[1]</a><a id="_ftnref2" href="#_ftn2">[2]</a></p>



<p>Auch wenn man weder sich selbst noch die eigene Biografie völlig umkrempeln kann: Einen Mangel an Resilienz muss man nicht akzeptieren. Vor allem dann nicht, wenn er auf Glaubenssätze und Denkmuster zurückzuführen ist, mit denen wir uns selbst ein Bein stellen. Wir haben sie mehr in der Hand als wir denken. Sie lassen sich bewusst machen und verändern – wie eine schlechte Angewohnheit, die man sich auch wieder abgewöhnen kann.</p>



<p>Auch wenn sich dieses kleine Experiment anfänglich komisch anfühlen wird: Versuche einmal, Dir von aufkommenden Problemen für zwei Wochen nicht die Nerven rauben zu lassen. Blicke stattdessen wie ein Wissenschaftler oder Tüftler auf das Problem: „Ich akzeptiere, dass du da bist. Mal schauen, was mir einfällt, wie ich dich lösen kann, auch wenn bestimmt nicht alles so laufen wird, wie ich hoffe.“ Nicht hadern, sich nicht als Opfer begreifen („Warum passiert das ausgerechnet mir?“). Vermutlich merkst du nach einigen Tagen, dass du viel mehr im „Lösungs-Köcher“ hast als MacGyver (3 Schnürsenkel, zwei Büroklammern, eine Zündschnur…) und du durch den Fokus auf die Lösung von Problemen sogar Energie gewinnst.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Resilienz stärken: The BAD</strong></h2>



<p>Ganz so leicht wie es das Gedankenexperiment suggeriert, lässt sich der Wunsch nach mehr Resilienz allerdings nicht umsetzen. Glaubenssätze und Denkmuster, die wir oft über Jahre hinweg „einüben“ können hartnäckig sein. Selbst dann, wenn wir sie erkennen, benötigt es viel bewusstes Training, um sie sukzessive abzubauen. Und es ist völlig legitim, sich auf diesem Weg durch ein Coaching Hilfe zu holen.</p>



<p>Wer seine Resilienz stärken will, muss sich außerdem bewusst machen, dass sie eine komplexe Baustelle ist. Wäre sie ein Haus, stünde sie auf nicht weniger als vier Pfeilern:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>(Neuro-)Biologie:</strong> Allgemeiner Gesundheitszustand, neuro-chemische Balance, biologische Regenerationsfähigkeit</li>



<li><strong>Psychologie:</strong> Mental-emotionale Stärke, persönliche Präferenzen und Motivatoren, Lebensphase, Regenerationskompetenz</li>



<li><strong>Soziales Umfeld:</strong> Beziehungen, Familie/Freunde, Kollegen, Lebensphase des Netzwerks</li>



<li><strong>Physisches Umfeld:</strong> Umgebung/Wohnort, (Arbeits-)Bedingungen, Zeit- und Prozessmanagementkompetenz</li>
</ul>



<p>Gerade die (neuro-)biologische Dimension ist wichtig: Ist die für An- und Entspannung wichtige Balance der Neurotransmitter gestört, ist der Mensch schon akut erschöpft oder (psychisch) erkrankt, braucht es unter Umständen auch eine medizinische und/oder psychotherapeutische Unterstützung. Wenn wichtige physische Ressourcen fehlen, ist es kaum möglich, das eigene Verhalten zu ändern, Achtsamkeitsübungen durchführen oder mehr Sport zu treiben.</p>



<p>So oder so: Die eigene Resilienz stärken ist eine oft lebenslange Aufgabe, bei der die vier Säulen gut gewartet und in Schuss gehalten werden müssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Resilienz stärken: The UGLY</strong></h2>



<p>Resilienz ist eine individuelle „Superkraft“. In der allgegenwärtigen Verwendung des Begriffs sehen Kritiker zu Recht jedoch einen Hinweis auf die Tendenz zur Individualisierung gesellschaftlicher Risiken.<a id="_ftnref3" href="#_ftn3">[3]</a><a id="_ftnref4" href="#_ftn4">[4]</a> Gesundheit, geistig-körperliche Leistungsfähigkeit, Stressempfinden sind nicht nur vom Individuum abhängig: Es gibt Stressfaktoren, die erst durch Arbeitsbedingungen hervorgerufen oder verstärkt werden. Ebenso gibt es strukturelle Probleme, bei denen unter dem Feigenblättchen „Resilienz stärken“ die Verantwortung für ein strukturelles Problem auf den Einzelnen abgeschoben wird.</p>



<p>Im Coaching geht es deswegen auch darum, die Lebens- und Arbeitsumstände kritisch in den Blick zu nehmen. Schließlich kann ebenso notwendig sein, auf den Tisch zu hauen und zu sagen ‚Mir reicht’s, hier muss sich etwas ändern‘ anstatt ‚Ja, ich werde resilienter und halte das aus‘. Sich der eigenen Motive und Bedürfnisse bewusst werden und diese zu äußern, öffnet den Raum, um Grenzen zu setzen. Und das Bewusstsein dafür, an welchen Stellen Klient:innen aktiv etwas dafür tun müssen, damit das, was sie sich wünschen, auch in Erfüllung geht.</p>



<p><em>Du steckst in einer beruflichen Situation, für die Du Deine Resilienz stärken möchtest? Erfahre mehr über meine <a href="https://the-good-coach.de/meine-angebote/">Angebote</a> oder lass&#8216; uns in einem Gespräch ausloten, wie ich Dich unterstützen kann.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a id="_ftn1" href="#_ftnref1">[1]</a> Angela Duckworth, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=H14bBuluwB8" target="_blank" rel="noopener">Grit: The power of passion and perseverance (TED Talk)</a>, 2014.</p>



<p><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> Harvard Business Manager, <a href="https://hbr.org/2021/01/the-secret-to-building-resilience" target="_blank" rel="noopener">The secret to building resilien</a>ce, 29. Januar 2021.</p>



<p><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> Hamideh Mahdiani &amp; Michael Ungar, <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s42844-021-00031-z" target="_blank" rel="noopener">The dark side of resilience</a>, in: Adversity and Resilience Science, Volume 2, S. 147–155, 3. Februar 2021.</p>



<p><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> Natasha Sholl, <a href="https://www.theguardian.com/commentisfree/2024/oct/04/we-need-to-stop-talking-about-resilience-im-not-here-to-inspire-you-with-all-the-trauma-ive-endured" target="_blank" rel="noopener">We need to stop talking about resilience. I&#8217;m not here to inspire you with all the trauma I&#8217;ve endured</a>, in: The Guardian, 3. Oktober 2021.</p>
<span class="et_bloom_bottom_trigger"></span>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Präkrastination: Was ist das eigentlich?</title>
		<link>https://the-good-coach.de/was-ist-praekrastination/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Kerstin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Aug 2023 09:34:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://the-good-coach.de/?p=71615</guid>

					<description><![CDATA[Wäre es nicht schön, nichts mehr aufzuschieben? Jein, denn auch der Drang, alles sofort zu erledigen, kann zu Stress und Überlastung führen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Dinge nicht mehr aufschieben und rechtzeitig vor dem Termin angehen: das wünschen sich viele chronische „Aufschieber“. Ziemlich neidisch schauen Prokrastinierer auf den Team-Kollegen und die Freundin, die scheinbar unbeeindruckt von digitalen Zerstreuungen und nutzlosen Grübeleien jede Aufgabe sofort erledigen &#8211; sie sind Meister der Präkrastination. &nbsp;</p>



<p>Während der Prokrastinierer die Dinge der lateinischen Wortbedeutung zufolge „für morgen lässt“, wartet der Präkrastinierer gar nicht erst auf den nächsten Tag, sondern legt los. Doch auch diese Herangehensweise, die vor allem im Berufsalltag nicht selten ist, birgt Herausforderungen. Im Wunsch „alles erledigt zu haben“, verausgaben Betroffene sich oft. Und arbeiten mit Verve an Dingen, die weder wichtig noch dringend sind oder für die notwendige Informationen noch fehlen. &nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Planst Du noch oder arbeitest Du schon? Die „Eimer-Experimente“</strong></h2>



<p>Benannt wurde das Phänomen der Präkrastination durch den Psychologie-Professor David Rosenbaum, der 2014 mit Studenten der Pennsylvania State University die sogenannten „bucket experiments“ durchführte. Bei dieser Testreihe sollten die Studierenden einen von zwei mit Wasser befüllten Eimern über eine Wegstrecke ins Ziel tragen. Der einzige Unterschied zwischen den Eimern bestand darin, dass sie unterschiedlich weit von der Ziellinie entfernt standen.</p>



<p>Entgegen den Erwartungen der Versuchsleiter nahmen viele Teilnehmer den ersten Eimer auf und trugen ihn ins Ziel (statt es sich mit dem zweiten Eimer leichter zu machen, der näher am Endpunkt stand und kürzer getragen werden musste). Als die Teilnehmer zu ihrer Wahl befragt wurden, sagten sie, sie hätten die Aufgabe „so schnell wie möglich erledigen wollen“. Rosenbaum schlussfolgerte, dass der psychische Druck der unerledigten Aufgabe zu groß war, um bis zum weiter entfernten zweiten Eimer zu warten.<a href="#_ftn1" id="_ftnref1">[1]</a><a href="#_ftn2" id="_ftnref2">[2]</a></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Lass‘ es uns jetzt tun!</strong></h2>



<p>Auf den ersten Blick scheint Präkrastination den Aufschiebern überlegen zu sein, vor allem im Berufsalltag. Ehrlich gesagt habe ich Kollegen und Vorgesetzte, die Dinge rasch abarbeiteten, gut erreichbar waren und E-Mails innerhalb einer Stunde beantworteten, fast ein bisschen bewundert.</p>



<p>&nbsp;Doch was von außen besonders motiviert aussieht, kann für Präkrastinierer mit viel Anstrengung oder Erschöpfung verbunden sein. Erst muss alles erledigt sein, bevor man Zeit für den Partner oder die Kinder, die Kino-Verabredung mit Freunden, die abendliche Laufrunde oder schlicht Schlaf hat. Doch warum?<a href="#_ftn3" id="_ftnref3">[3]</a></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>Mehr Zeit haben wollen.</em> Präkrastinations-Anhänger beeilen sich paradoxerweise gerade deswegen, weil sie schneller (Frei-)Zeit haben wollen. Sie „arbeiten vor“, damit in einer späteren Phase „weniger los ist“. Doch dazu kommt es selten – je mehr Aufgaben erledigt, je mehr E-Mails beantwortet sind, desto mehr kommen hinzu.</li>



<li><em>Den Arbeitsspeicher entlasten:</em> Wer eine Aufgabe sofort erledigt, kann sie mental abhaken und muss sie nicht im Arbeitsgedächtnis speichern. Um die kognitive „Last“ zu vermindern, wird auch zusätzliche Anstrengung in Kauf genommen.</li>



<li><em>Anerkennung:</em> Wer im Beruf schneller, härter, „effizienter“ arbeitet als andere, erhofft sich, positiv herauszustechen. Aber auch, wer als zuverlässig gelten und andere nicht hängen lassen möchte, verschiebt Aufgaben nicht – auch wenn sie für einen selbst keine hohe Priorität haben.</li>



<li><em>Innere Antreiber und Glaubenssätze:</em> Auch wer Sätze wie „Ich muss schnell sein“, „Ich muss das machen“, „Frisch gewagt ist halb gewonnen“ oder „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ verinnerlicht hat, wird von dem Wunsch getrieben sein, durch Präkrastination möglichst viel/alles schnell zu erledigen.</li>



<li><em>Glücksgefühl und „instant gratification“:</em> Wer eine To-Do-Liste führt, kennt es: das gute Gefühl, wenn man einen Punkt abhaken kann. Der kleine Ausstoß von Dopamin ist zwar kurzlebig, aber mächtig. (Viele kennen das Phänomen, dass man eine kleine, komplett unwichtige, aber erledigte Aufgabe im Nachhinein auf die eigene Aufgabenliste setzt, nur um sie sofort durchstreichen zu können.)</li>



<li><em>Überlebensvorteil?</em> Einige Forscher vermuten, dass Präkrastination auch ein Erbe der Evolution sein könnte, das uns weiterhin prägt. Denn es kann überlebenswichtig gewesen sein, die niedrigsten Früchte vom Baum zu pflücken oder sofort etwas zu essen, solange kein Säbelzahntiger um die Ecke bog.<a id="_ftnref4" href="#_ftn4">[4]</a></li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Was hilft gegen Präkrastination?</h2>



<p>So unterschiedlich die Gründe für das sofortige Erledigen sind, so individuell müssen auch die Bewältigungsstrategien sein. Die „5 besten Tipps gegen die Präkrastination“ werden höchstwahrscheinlich ins Leere laufen. Ein Blick auf die eigene Haltung, die eigenen Werte und Motive ist im Coaching oft der erste Schritt, um dem Drang „alles sofort erledigen“ zu wollen, beizukommen. Erkenne ich, wann mir Präkrastination schadet (weil ich beispielsweise mehr Energie aufwende, als ich habe), kann ich mein Verhalten sukzessive in eine andere Richtung steuern.</p>



<p>Und manchmal hilft es schon, sich diese Passage aus Oliver Burkemans empfehlenswerten Buch „4000 Wochen. Das Leben ist zu kurz für Zeitmanagement“ zu vergegenwärtigen: „Es wird nie der Tag kommen, an dem man endlich alles im Griff hat – an dem die E-Mail-Flut eingedämmt ist, die To-Do-Listen nicht mehr länger werden, man allen Verpflichtungen im Beruf und im Privatleben nachkommt, einem niemand mehr böse ist, weil man eine Frist verpasst oder einen Fehler gemacht hat – und man sich als voll optimierter Mensch endlich den Dingen zuwenden kann, um die es Leben eigentlich geht.“</p>



<p><em>Du möchtest etwas an Deiner Arbeitsorganisation verändern oder hast ein berufliches Thema, bei dem Du nicht weiterkommst: Vereinbare gern ein Erstgespräch oder erfahre </em><em><a href="https://the-good-coach.de/meine-angebote/">hier</a> </em><em>mehr über mein Angebot.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Rosenbaum, David, et al., <a href="https://www.researchgate.net/publication/262225996_Pre-Crastination" target="_blank" rel="noopener">Pre-Crastination</a>, in: Psychological Science 25 (7), Mai 2014.</p>



<p><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> Burkus, David: <a href="https://hbr.org/2014/08/the-irresistible-allure-of-pre-crastination" target="_blank" rel="noopener">The irresistible allure of pre-crastination</a>, in: Harvard Business Review, 13. August 2014.</p>



<p><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> Rosenbaum, David; Wasserman, Edward, <a href="https://www.scientificamerican.com/article/pre-crastination-the-opposite-of-procrastination/" target="_blank" rel="noopener">Pre-Crastination: The Opposite of Procrastination</a>, in: Scientific American, 30. Juni 2015.</p>



<p><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> Winkowsk, Erik, <a href="precrastination:%20When%20the%20Early%20Bird%20Gets%20the%20Shaft.%20The%20last-mover%20advantag">Precrastination: When the Early Bird Gets the Shaft. The last-mover advantag</a>e, in: New York Times, 25. März 2019.</p>
<span class="et_bloom_bottom_trigger"></span>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wie man das Impostor-Syndrom überwindet</title>
		<link>https://the-good-coach.de/wie-man-das-impostor-syndrom-ueberwinden-kann/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Uhlemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Aug 2023 08:21:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://uhlemann.mueller-macht-web.com/?p=71284</guid>

					<description><![CDATA[Niemand will an seinen eigenen Fähigkeiten zweifeln. Doch wie wird man so einen Hochstapler samt seiner vier apokalyptischen Reiter wieder los?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Regelmäßig kommen ins Coaching Kriminelle. Menschen, die ihr Umfeld täuschen. Die sich mit Fähigkeiten, die sie gar nicht besitzen, auf ihre aktuelle Position gemogelt haben. Die dort aus Zufall und mit Glück gelandet sind. Die kurz davor sind, aufzufliegen. Dass diese Menschen Schaumschläger und Hochstapler sind, denken natürlich nur sie selbst. Ich sehe intelligente, sehr leistungsbereite Menschen, die bereits eine erfolgreiche berufliche Laufbahn verbuchen können.&nbsp;</p>



<p>Das Hochstapler-Syndrom beziehungsweise das durch die beiden Psychologinnen Pauline Clance und Suzanne Imes erstmalig 1978 so eingeführte „impostor syndrome“ (Impostor-Syndrom) ist ein psychologisches Phänomen. Dabei leider Betroffene von massiven Selbstzweifeln hinsichtlich eigener Fähigkeiten und Leistungen geprägt. Fehler, Niederlagen, Scheitern sehen sie schnell bei sich. Erfolge erklären sie mit dem viel wichtigeren Beitrag Anderer, Zufall oder Glück. Die <a href="https://psychologie-to-go.podigee.io/s1e31-hochstapler-betruger-mogelpackung-das-impostor-syndrom" target="_blank" rel="noopener">Psychologin Franca Cerutti bringt es in ihrem Podcast</a> auf die herrlich-drastische Sprachformel: Sie habe sich zu Beginn ihrer Karriere oft als „hohle Fritte“ empfunden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die apokalyptischen Reiter des Hochstapler-Syndroms: Die 4 Ps</h2>



<p>Sagenhafte 70 Prozent aller Menschen haben laut eines Artikels im <em>International Journal of Behavioral Science </em>schon Phasen mit dem Impostor-Syndrom erlebt. Nicht ganz so groß, wenn auch immer noch beträchtlich, ist der Anteil an Menschen, die an seinen Auswirkungen leiden. Wer Selbstzweifel an seinen Fähigkeiten hat, wird sich seltener auf eine attraktive Stelle bewerben. Wird im Bewerbungsschreiben und -gespräch das Licht eher unter den Scheffel stellen und, sollte doch „wider Erwarten“ ein Arbeitgeber anbeißen, weniger offensiv ein gutes Gehalt verhandeln.</p>



<p>Und auch im Beruf sind Impostor-Syndrom-Betroffene zwar oft herausragend, tragen aber ein hohes Risiko, sich massiv zu überarbeiten oder einen Burn-Out zu erleiden. Denn das Hochstapler-Syndrom kommt nicht allein. Es hat als die apokalyptischen Reiter die vier „Ps“ dabei: „perfectionism“, „procrastination“, „paralysis“ und „people pleasing“. Dem Hochstapler „dienen“ sie dazu, die vermeintliche Gefahr des Auffliegens zu reduzieren. Im Ergebnis investiert der Impostor aber regelmäßig mehr Energie und Kraft in die Arbeit als er hat. </p>



<p>Die vier apokalyptischen Reiter schaden nicht nur dem Impostor, sondern auch seinen Kolleg:innen. Als ich noch als angestellte Führungskraft arbeitete, meldeten mir Team-Mitglieder zurück, dass sie schnelleres Feedback brauchten, vor allem bei wichtigen Konzepten oder längeren Texten. Eine klare Folge von „paralysis“ und „procrastination“ auf meiner Seite. Bevor ich Texte und Konzepte nicht bis ins letzte Detail verstanden hatte, wollte ich auch kein Feedback geben. Es sollte das „perfekte“ sein, wenn ein pragmatisch-schnelleres im direkten Gespräch oft besser gewesen wäre. Und hat „people pleasing“ damals dazu geführt, Aufgaben und Projekte für das Team nicht abzuwehren, obwohl die Arbeitslast schon viel zu hoch war? Ganz sicher.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was hilft aus dem „Hohle-Fritte-Zustand“?</h2>



<p>Die gute Nachricht: Die allerwenigsten von uns stehen mit einem gefälschten Abschluss im OP. Wir sind also keine Mogelpackung, sondern wir fühlen uns gelegentlich so. Und wir fühlen uns gelegentlich so, weil wir denken wie ein Hochstapler („Hoffentlich merkt niemand, dass ich nur hier bin, weil ich Glück hatte.“ „Ich bin nicht so gut wie die Anderen denken“ usw.).&nbsp;</p>



<p>Im Business Coaching steht die Arbeit an diesem Dreiklang aus Erkennen – Verstehen – Verändern im Vordergrund. Erkenne ich, wenn ich wie ein Impostor denke und fühle und verstehe ich, was in diesen Momenten in mir vorgeht? Dann bin ich auch in der Lage, diese Gedanken und Gefühle zu verändern. Das dysfunktionale Selbstkonzept, das das Impostor-Syndrom beschreibt, meldet sich seltener zu Wort oder verschwindet ganz.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Notfall-Kit gegen das Impostor-Syndrom</h2>



<p>Darüber hinaus gibt viele Wege, um selbst an negativen Denkautomatismen zu arbeiten. Alles, was hilft, positiven Denkmustern Raum zu geben, ist erlaubt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Sich des eigenen Stärkenprofils bewusst werden: </strong><br>Was kann ich richtig gut? Gerade die Fähigkeiten, die wesentlich für unseren Erfolg sind, schätzen wir gern gering. Am besten eine Liste machen und Kollegen/Vorgesetzte/Freunde/Familie ebenfalls um Feedback bitten.</li>



<li><strong>Erfolge aufschreiben, positive Rückmeldungen, sammeln &amp; bewusst feiern:</strong><br>Als ich mich, frisch aus der Uni, im ersten Job über Monate wie ein Hochstapler fühlte, habe ich mir regelmäßig die Ausführungen meiner beiden Magisterarbeits-Gutachter durchgelesen. Klingt schräg, half aber. Dort las ich schwarz auf weiß, dass ich zumindest schon einmal in meinem Leben etwas gut gemacht hatte 😉.</li>



<li><strong>Sich nicht vergleichen: </strong><br>Zugegeben – schwer. Aber für das Impostor-Syndrom sind Vergleiche der beste Nährboden.  Vor allem da wir, wie Franca Cerutti richtigerweise sagt, dazu tendieren, „unser Schlechtestes mit dem Allerbesten der Anderen zu vergleichen“. Übernehme ich das erste Mal ein Team, ist der Vergleich mit der besten Chefin – 30 Jahre älter als man selbst – nur dann zielführend, wenn man weiß, dass man dieses Ideal wohl nicht gleich im ersten Jahr erreichen wird.</li>



<li><strong>Das Gelingen visualisieren:</strong><br>Besser als über Scheitern, Scham oder Negativ-Szenarien nachzudenken.</li>



<li><strong>Dr. TED: </strong><br>Die kurzen TEDx Talks von <a href="https://www.youtube.com/watch?v=zNBmHXS3A6I" target="_blank" rel="noopener">Mike Cannon-Brooks, dem australischen Co-Gründer des Software-Anbieters Atlassian</a>, und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=h7v-GG3SEWQ" target="_blank" rel="noopener">Hochstapler-Syndrom-Expertin Dr. Valerie Young</a>, sind ein exzellenter „Quick Fix“, um akute Impostor-Syndrom-Zustände zu beenden.<br>(Nach drei Minuten Cannon-Brooks hat man das erste Mal Lachtränen in den Augen, am Ende des 14-minütigen TED Talks im Idealfall einen „Und wo steht das Klavier?“-Moment.)</li>
</ul>



<p>Last but not least: Kann nur der Impostor daran arbeiten, dass das dysfunktionale Selbstkonzept verschwindet? Jein. Zur Wahrheit gehört auch: Trifft das Impostor-Syndrom auf ein toxisches Unternehmensumfeld oder auf Vorgesetzte, die wenig empathisch und geizig mit positiver Anerkennung sind, verstärken sich Impostor-Tendenzen deutlich. Und zu Recht ist in den letzten Jahren darauf hingewiesen worden, dass <a href="https://hbr.org/2021/02/stop-telling-women-they-have-imposter-syndrome" target="_blank" rel="noopener">systematische Vorurteile und Ausgrenzung im Arbeitsumfeld</a> zu Gedanken führen können, die dem Impostor-Syndrom ähneln, aber ihren Ursprung nicht in einem selbst, sondern im diskriminierenden Umfeld haben.</p>



<p><em>Mit Deinem Impostor-Syndrom sabotierst Du Deinen beruflichen Erfolg? Erfahre hier mehr über meine <a href="https://the-good-coach.de/meine-angebote/">Coaching-Angebote</a> oder lass&#8216; uns im <a href="https://the-good-coach.de/kontakt/">Gespräch</a> ausloten, wie ich Dich unterstützen kann.</em></p>
<span class="et_bloom_bottom_trigger"></span>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Karriereentscheidungen: Should I stay or should I go?</title>
		<link>https://the-good-coach.de/karriereentscheidungen-should-i-stay-or-go/</link>
					<comments>https://the-good-coach.de/karriereentscheidungen-should-i-stay-or-go/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anne Uhlemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 May 2023 08:21:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://uhlemann.mueller-macht-web.com/?p=71285</guid>

					<description><![CDATA[Warum fällt es uns so schwer, Karriereentscheidungen zu treffen? Ein Blick in die Entscheidungstheorie hilft.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Warum es uns so schwerfällt, den &#8222;richtigen Weg&#8220; einzuschlagen</h2>



<p>Schon am Vorabend beginnt das Magengrummeln. Morgen geht es wieder zur Arbeit. Dorthin, wo Burn-Out, Bore-Out oder die nächste Umstrukturierung drohen. Dort, wo man sich in den letzten Wochen so wichtig gefühlt hat wie der umkippende Sack Reis in China. Oder wo einem, ganz im Gegenteil, DER Job der Träume angeboten wurde … nur in einem neuen Fachbereich oder Land. Was nun? Love it? Change it? Leave it?&nbsp;</p>



<p>‚Wie soll mein nächster Karriere-Schritt aussehen?‘, ist einer der Hauptanlässe, der Klient:innen ins Business Coaching führt. Denn statt bei Karriereentscheidungen oder der beruflichen Neuorientierung mit Freude die Weichen für die Zukunft zu stellen, quälen wir uns. Doch woran liegt das? Und was kann helfen, um an der beruflichen Weggabelung nicht erschlagen grübelnd stehenzubleiben? </p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Bernsteinzimmer, die Bundeslade und die „optimale“ Karriereentscheidung</h2>



<p>Viele (berufliche) Optionen zu haben, ist Geschenk und Fluch zugleich. Theoretisch könnte alles immer noch ein bisschen besser sein, wenn ich mich richtig entscheide. Das ist anstrengend. Denn optimal ist eine Entscheidung, so viele Jahre die Meinung von Mathematikern und Ökonomen, wenn man alle Alternativen bedenkt – samt Eintrittswahrscheinlichkeit aller möglichen Konsequenzen. &nbsp;</p>



<p>Das sieht auch ChatGPT so, wenn man danach fragt, wie man eine gute Karriereentscheidung trifft. Die künstliche Intelligenz rät: Informationen sammeln, Konsequenzen einer Entscheidung antizipieren, Rat suchen, Pro- und Kontra-Listen oder Entscheidungsbäume anlegen etc. Doch wer schon versucht hat, sich die beste Berufsentscheidung quasi „auszurechnen“, denkt schnell ans Bernsteinzimmer. Es gibt sie bestimmt, die optimale Lösung. Nur finden lässt sie sich sauschwer.</p>



<p>Vor einigen Jahren liebäugelte ich über Monate hinweg mit dem Gedanken, mich beruflich zu verändern. Aber war das sinnvoll? Aus dem Angestelltendasein als PR-Expertin heraus? Rein in die Selbständigkeit als Coach? Dann ging ich in Elternzeit und eine große Umstrukturierung im Unternehmen brachte mich von einer Karriereentscheidung in einen Entscheidungszwang. </p>



<h2 class="wp-block-heading">And the winner is: Keine Entscheidung</h2>



<p>Bleiben? Gehen? Und wenn ja, wohin? Häufig entscheiden wir, nichts zu ändern – selbst, wenn wir mit der aktuellen Situation unzufrieden sind. Moderne Entscheidungsforscher wie Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman wiesen nach, warum*:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li> „Losses loom larger than gains“: Bei Veränderungsentscheidungen gewichten wir die möglichen Verluste etwa doppelt so stark wie die erwarteten, aber letztlich doch ungewissen, Gewinne. Würde ich als Selbständige flexibler arbeiten können? Und würde das die verlorengegangene Sicherheit des Angestelltendaseins komplett aufwiegen? Zur Hälfte?</li>



<li>Zu viele Alternativen überwältigen: In einem Feldexperiment ließen Wissenschaftler Kunden sechs Marmeladensorten probieren. Anschließend kauften 30 von 100 Personen ein Glas. Konnten die Kunden jedoch aus 24 Marmeladensorten auswählen, kauften nur noch 3 (!) Personen ein Glas.</li>



<li>&nbsp;„Sunk costs“: Bereits investierte Kosten bringen uns ebenfalls dazu, uns nicht zu entscheiden. Auch dies traf auf mich zu. Denn obwohl ich nicht mehr zufrieden war, fragte ich mich, ob es sinnvoll sei, das interne Netzwerk oder die vielen Überstunden „wegzuschmeißen“, die ich mühevoll erarbeitet hatte und die sich vielleicht noch auszahlen könnten.<br></li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Was kann helfen, um Fokus und Klarheit zu gewinnen?</h2>



<p>Ein Patentrezept für Karriereentscheidungen gibt es nicht. Doch vier Schritte können helfen: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Welche Parameter sind die wichtigsten? </strong><br>Kolleg:innen, die Freunde sind. Ein empathischer Chef oder eine hochkompetente Chefin. Gestaltungsspielraum, kurzer Arbeitsweg, neues Aufgabenfeld, Weiterentwicklung, mehr Gehalt, attraktive Benefits – am liebsten hätten wir alles. Doch für die meisten Menschen bietet der Beruf dann am meisten Zufriedenheit, wenn sie sich selbst als selbstwirksam und im Einklang mit ihren Werten erleben. Im Coaching bringt die Reflexion der eigenen Werte oft die Klarheit und das notwendige Zutrauen für eine Karriereentscheidung. Denn die perfekte Rolle für einen Arzt, dessen Kernwerte Neugier, Empathie und Flexibilität sind, mag anders aussehen als die der Ärztin, für die Anerkennung, Zugehörigkeit und Leistung im Vordergrund stehen.<br></li>



<li><strong>Ziele setzen und ins Handeln kommen </strong><br>Karriereentscheidungen werden einfacher, wenn man weiß, was man erreichen will. Manchmal wissen wir aber gar nicht so genau, was wir wollen. Plus: „You can’t find passion in your brain,“ sagt die amerikanische Unternehmerin Marie Forleo so schön. Oft sind wir bei unseren Entscheidungen dermaßen „im Kopf“, dass wir blockiert sind.<br>Aus dieser Misere half mir in der Elternzeit ein grober inhaltlicher und zeitlicher Rahmen, den ich mit meiner Coach im Herbst erarbeitete: „Im März starte ich damit, mich beruflich neu zu orientieren und ab dem Spätsommer gehe ich in die Umsetzung.“ <br>Klingt total schwammig? Für mich war es die Rettung. Denn in der ersten Phase („bis März“) kreiste ich zwischen Schlafentzug und zwei kleinen Kindern nicht mehr darum, wie mein nächster beruflicher Schritt aussehen sollte (und blockte mit dieser „Sprachregelung“ nervige Nachfragen meines Umfelds ab). Erst danach sammelte ich Stück für Stück Informationen, sprach mit anderen Selbständigen und Coaches, recherchierte Ausbildungen. Die Karriereentscheidung für die Selbständigkeit fiel dann nicht eines Tages nach Abwägung aller Optionen, sondern formte sich Schritt für Schritt mit jeder Information, die ich bekam.<br></li>



<li><strong>Rede mit Deinen Scheinriesen</strong><br><a href="/meine-angebote/">Im Karriere- oder Plan-B-Coaching</a> fällt oft der Satz: „Ich würde gern das und das machen, aber …“. Aber dann kann ich meinen Lebensstandard nicht halten. Aber dann werde ich für verrückt gehalten. Aber mir fehlt diese Kompetenz oder Erfahrung. Bei genauem Hinsehen entpuppen sich diese „Abers“ wie bei Jim Knopf und dem Lokomotivführer oft (nicht immer!) als Scheinriesen.  <br><br>Was mache ich in der Selbständigkeit, wenn mir der Austausch mit Kolleg:innen fehlt? Gezielt Kontakt zu anderen Selbständigen suchen. Was mache ich, wenn ich anfangs nicht genug Umsatz erziele? Rücklagen bilden, einen Gründungszuschuss beantragen. Was, wenn mich die Selbständigkeit nicht glücklich macht? Wieder Angestellte werden. Viele „Worst-Case-Szenarien“ bei meiner Karriereentscheidung waren entweder gar nicht so schwarz oder es fiel mir viel ein, was ich tun könnte, sollte es dazu kommen.<br></li>



<li><strong>Die schlimmste Karriereentscheidung: Keine Entscheidung </strong><br>Egal, ob ich meine damalige berufliche Situation akzeptiert, geändert oder verlassen hätte: Nach mehrmonatigem Grübeln nahm ich mir als wichtigstes Ziel vor, mich überhaupt aktiv zu entscheiden und diese Entscheidung danach nicht zu sehr in Frage zu stellen. Bis jetzt, als selbständiger Coach, mit Erfolg 😊. </li>
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<p>Karriereentscheidungen sind für niemand leicht. Aber sie sind immer eine Chance, sich und sein (Berufs-)Leben zu reflektieren. In diesem Sinne hat der ehemalige Baseballstar Yogi Berra Recht: „Wenn Du an eine Weggabelung kommst, nimm sie.“</p>



<p>*Quelle: Science Notes, Das Magazin für Wissen und Gesellschaft, 18. März 2018,  <a href="https://sciencenotes.de/was-tun-wie-wir-uns-entscheiden-und-warum-nicht/" target="_blank" rel="noopener">Was tun? Wie wir uns entscheiden und warum nicht. &#8211; Science Notes</a></p>
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